Autor Thema: 2. Kind  (Gelesen 1355 mal)

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Offline Liz

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2. Kind
« am: 23. August 2012, 21:18:19 »
Hallo liebe Forum-Nutzer!

Ich bin neu hier und suche Eure Erfahrung!  :)

Ich bin Überträgerin von ED, weiß aber leider nicht von welcher Form. Ein Gentest vor 10 Jahren konnte keinen Aufschluss darüber geben. Nun habe ich eine kleine Tochter, sie scheint auch Überträgerin zu sein. Sie ist mir sehr ähnlich und ihre Zähne sind doch recht auffällig.

Gerne wünschen wir uns nun auch noch ein zweites Kind, allerdings bin ich derzeit sehr verunsichert. Wir haben das "Glück" schon einmal herausgefordert und unsere Tochter zeigt die ähnlichen leichten Hinweise wie ich, ist aber sonst ein aufgewecktes, lustiges, liebes kleines Mäuschen.

In den letzten Tagen beschäftigt mich aber der Gedanke, was wäre, wenn unser zweites Kind ein erkrankter Junge ist. Das wir ihn liebevoll aufziehen werden und ihn immer unterstützen werden, steht nicht wirklich zur Diskussion, aber was ist wenn wir nicht da sind?! Wie kommt er in der Gesellschaft zurecht? Kann er mal den Job machen, den er sich wünscht? Findet er eine Partnerin, die ihn liebt und mit ihm eine Familie gründen kann? Wird er in seiner Kinder- Jugendzeit sehr gehänselt? Wird das jetzige Familienleben sehr beeinträchtigt? Wird meine Tochter sehr zurückstecken müssen? Kann ich ihm alles geben was er braucht?

Meine Familie und auch Bekannte hinterfragen unseren Kinderwunsch, was mich sehr verunsichert hat. Wie war das bei Euch?

Über Antworten wäre ich wirklich sehr dankbar!

Gruß, Liz

Offline Annette H.

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Re: 2. Kind
« Antwort #1 am: 25. August 2012, 13:43:40 »
Hallo Liz, herzlich willkommen!  Prima, dass du hier Kontakt aufgenommen hast. :)

Das sind alles kluge Fragen und ich verstehe deinen Gedankengang sehr gut. Es ist richtig, sich damit auseinander zu setzen.

Ich lese aus deinem Beitrag heraus, dass du absolut in der Lage bist, ein "Kind mit Besonderheiten" nicht nur liebevoll aufzuziehen, sondern es auch stark zu machen. Da kann man als Eltern ganz viel zu beitragen. Und wenn dann das Kind immer mehr eine vielfältige Persönlichkeit wird, hat es als Person so viel zu bieten, dass die Einschränkung im Vergleich dazu gar nicht so ins Gewicht fällt. Soll heißen: wenn jemand interessant-wertschätzend-lustig-liebevoll-freundlich-positiv in die Zukunft schreitet, ist er auch in der Lage, Freunde und Partner zu finden, einen passenden Beruf zu finden, Angriffe lässig abzuwehren.

Das Gegenteil davon ist langweilig-ichbezogen-missmutig-selbstmitleidig-verschlossen-negativ. Die Einstellung ist wichtig. Wenn ich erwarte, dass man mir feindlich begegnet, dann geschieht es höchstwahrscheinlich auch. Dann sagt man hinterher "hab ich doch gleich gewusst". Dabei hätte die Situation auch ganz anders und viel positiver ablaufen können. Man hat einen großen Einfluss darauf und die Eltern können viel dazu beitragen. Die Herausforderungen steigen zeitgleich mit den Fähigkeiten des Kindes. Und das kann man in der Erziehung vorbereiten. Dafür ist die Grundvoraussetzung, dass man sich Gedanken macht und die Sache strategisch klug angeht. *grins*

Jetzt das mit dem Familienleben. Die Schwester wird durch die Geburt eines Geschwisterchens auf jeden Fall vom Thron gestoßen und hat auf jeden Fall weniger Aufmerksamkeit als als Einzelkind. So ist das eben, da muss sie durch. Dafür hat sie aber später auch ein Geschwister als Komplizen und Verbündeten. Das Familienleben wäre auf jeden Fall stressiger als jetzt, da ein Kind mehr. Und wenn jetzt z.B. beide Kinder Zahnersatz brauchen würden, hättest du viel Rennerei, viel Sorge, viel Mitleid.


Offline Annette H.

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Re: 2. Kind
« Antwort #2 am: 25. August 2012, 13:45:12 »
Aber das wäre nur manchmal so. An den allermeisten Tagen würdet ihr ganz normal leben und überhaupt nicht an ed denken. Es ist ja auch so, dass nicht nur die Fähigkeiten des Kindes steigen, sondern auch die Kompetenz der Eltern im Umgang mit einer Besonderheit. Es gehört dann ganz normal zum Alltag dazu. Manchmal ist man traurig, aber meistens freut man sich einfach nur über die tollen Kinder.

Wenn ihr euch sehnlich ein zweites Kind wünscht, dann müsst ihr es wagen und abwarten, was der Storch euch bringt.  Und dann einfach das Kind liebhaben und alles auf sich zukommen lassen. Oder darauf verzichten, einen tollen neuen Menschen kennenzulernen. Eine andere Möglichkeit gibts ja nicht.

Was mich echt sauer macht, ist die Reaktion deines Umfelds. Was soll das denn?

Falls es da negative Erfahrungen im Umgang mit ed gab: das ist lange her. Damals waren Eltern völlig hilflos und hatten keine Kontakte. Heute wird geforscht und man hat den Rückhalt durch andere Familien (Internet). Das ist eine ganz andere Ausgangslage.

Und falls die gar keine Ahnung haben, sollten sie dich erst recht nicht verunsichern. Da geht mir richtig der Hut hoch. Es ist ja nun wirklich keine Erbkrankheit, bei der man unter ärgsten Schmerzen und Qualen im Kleinkindalter elend verstirbt. Im Gegenteil, man kann gut damit leben, daher finde ich solche Kommentare völlig unangebracht. Und ethisch bedenklich.

Man kann sich ja nicht ein fremdes Leben mit perfekten Kindern aussuchen. Man kann nur das eigene kleine unperfekte Leben leben und dabei so glücklich wie möglich sein. Es können einen auch andere Schicksalsschläge treffen. Leben bedeutet immer Risiko und dafür braucht man Mut und Zuversicht.

Offline Annette H.

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Re: 2. Kind
« Antwort #3 am: 25. August 2012, 13:46:41 »
Lass dich von niemand beeinflussen, von denen nicht, von mir auch nicht. Es kommt nicht darauf an, was für mich (oder eure Verwandten) richtig wäre. Wichtig ist nur, was für dich richtig ist. Besprich dich mit deinem Mann. Wie sehnlich ist euer Kinderwunsch? Wie gut ist euer Zusammenhalt, wenn es manchmal Schwierigkeiten geben würde?

Und außerdem könnte das Kind ja auch völlig gesund sein, das wollen wir mal nicht vergessen. Falls ihr es wagen wollt, stehe ich euch gerne beratend zur Seite. Und falls nicht, mag ich dich noch genau so gern.  ;)

Ach ja: da der Gentest damals nichts ergeben hat und da deine Tochter eventuell Trägerin ist, solltet ihr nochmal einen Gentest machen. Dabei erfährst du dann, womit du es überhaupt genau zu tun hast und wie die Vererbungswahrscheinlichkeit ist. Das wäre bestimmt eine gute Grundlage, um über ein zweites Kind zu entscheiden.

Ich wünsch dir alles Gute!  :) :) :)

Liebe Grüße,

Annette

Offline Liz

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Re: 2. Kind
« Antwort #4 am: 27. August 2012, 14:21:44 »
Hallo Annette!

Vielen, vielen Dank für deine ausführliche Antwort!  :)

Ich habe mich in den letzten Tagen wieder sehr viel mit ed beschäftigt. Viel gelesen, auch dank der Unterlagen, die ich zugeschickt bekommen habe, viel im Internet recherchiert und das Forum durchforstet. Es ist toll, dass es das gibt. Der Austausch ist wirklich sehr hilfreich und hat mir vieles erleichtert! Viele Dinge habe ich schon so erwartet, wie du sie beschreibst. Das erleichtert doch ungemein, dies auch schwarz auf weiß zu lesen.  :)

Ich glaube mein Umfeld hat es nicht böse gemeint. Derjenige, der ed thematisiert und meinen Kinderwunsch hinterfragt hat, hat keine eigene Familie und Kinder. Ich glaube daher kann er sich meinen Kinderwunsch nicht wirklich vorstellen. Zusätzlich ist er sehr ehrgeizig, arbeitsorientiert und in viel prominenter Gesellschaft. Das hat seinen Blickwinkel doch sehr oberflächlich und medienwirksam werden lassen. Ich glaube er würde dieses Risiko eines 'Kindes mit Besonderheiten' (den Ausdruck finde ich toll!!!) für sich nie in Betracht ziehen. Daher auch der krasse Gegensatz zu mir. Im Nachhinein bin ich ihm aber sehr dankbar, dass er das mich und meinen Wunsch hinterfragt hat. Das hat mich aufgerüttelt und mich nochmal viel intensiver mit ed beschäftigen lassen! Ich habe soviele neue Entdeckungen gemacht und fühle mich immer mehr in meinem 2. Kinderwunsch bestätigt.

Meine Familie kann sich ein Leben mit ed nicht vorstellen. Da ich adoptiert bin, kennen sie innerhalb der Familie keine Menschen mit ed. Das ich ed habe, ist ihnen auch nicht geläufig, da wir bisher immer davon ausgegangen waren, das ich ed an einen Jungen übertrage, es aber nicht selbst habe. Daher nehme ich sie etwas in Schutz. ;) Ich werde ihren Blickwinkel diesbezüglich geraderücken in der nächsten Zeit!

Den Gentest werden wir auf jeden Fall in Angriff nehmen. Dazu noch eine Frage. Ich habe zwar schon die nötigen Infos dazu erhalten, jetzt frage ich mich allerdings noch, ob ich das beim.......

Offline Liz

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Re: 2. Kind
« Antwort #5 am: 27. August 2012, 14:25:26 »
Hausarzt machen kann oder mit beim Kinderarzt, wenn ich meine Tochter auch testen lasse, oder zu einer gentischen Beratung gehen muss?!

Liebe Grüße und nochmal vielen Dank für die ausführliche Antwort,

Liz

Offline Annette H.

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Re: 2. Kind
« Antwort #6 am: 27. August 2012, 15:50:45 »
Hi Liz,

wenn dein einer Freund einen ganz anderen Lebensentwurf lebt, ist es nicht weiter verwunderlich, wenn er sich mit "sowas" ungern auseinandersetzt.  Muss er ja auch nicht. Jeder Jeck is anders.  ;)

Und deine Familie braucht Aufklärung. Sie stellen sich das bestimmt alles schlimmer vor, als es ist. Bitte sag doch deiner Ma, dass sie im Fall der Fälle trotzdem nur eine ganz normale Oma wäre, mehr nicht.  ;)

Upps, ich merke gerade, dass ich den genauen Ablauf des Gentests nicht so genau weiß. Am besten mal da anrufen und fragen. Für deine Tochter ist auf jeden Fall angenehmer, wenn das Blut bei ihrem Kinderarzt abgenommen wird. Dann hat sie weniger Angst vor dem Pieks. Und wenn du da Praxisgebühr bezahlst, kann er dir auch gleich Blut abnehmen. Aber ihr müsst bestimmt auch zu der Uni hinfahren, weil die Genetiker euch vermutlich angucken wollen: Zähne, Haare, Augenbrauen und sowas. Aber das muss wahrscheinlich nicht am gleichen Tag wie der Pieks sein. Wie man merkt: ich hab keine Ahnung, tut mir leid.   :D

Ich finde dich total nett. Wie schön, dass du dich gemeldet hast. Bitte erzähl uns doch, wie alles weitergeht.

Viele Grüße,

Annette

sydney

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Re: 2. Kind
« Antwort #7 am: 27. August 2012, 17:09:32 »
Hallo Liz
Wollte mich vor ein par Tage schon mal melden. Ich habe mich nicht getraut was zu schreiben, weil ich nicht weiß wie ich es anfangen soll. Gottsei Dank hat Annette schon alles geschrieben. Dies oder so ähnlich war auch mein Gedanke.
Jetzt zum Gentest:
Bei einem Arzt wurde mir Blut abgezapft und zum Genlabor nach Osnabrück gesendet. Hat nichts extra gekostet. ( was ein Wunder ) Nach einer gewissen Zeit wurde mir das Ergebnis in einem Formlosen Umschlag zugeschickt.  Bei mir war das Ergebnis ED. Hat mich aber nicht verwundert.
Also: mache dein Ding und lass dich nicht beeinflussen.
Gruß Walter

Offline Liz

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Re: 2. Kind
« Antwort #8 am: 31. August 2012, 15:48:18 »
Hallo ihr zwei!

Vielen Dank für die Infos zum Gentest. Ich bin noch ein wenig hin und her gerissen, wann der richtige Zeitpunkt zum testen ist. Vor oder nach der Geburt eines 2. Kindes?!

Da mein Hausarzt in die USA ausgewandert ist und ich dies gerade erst zufällig erfahren habe, werde ich mir wohl erst einmal in aller Ruhe einen Neuen suchen.

Walter, ich freue mich, dass du dich auch gemeldet hast. Ich freue mich über jeden Kontakt mit dem ich mich austauschen kann. :-)

Wann ist es eigentlich ratsam das erste Mal mit meiner Tochter zum Zahnarzt zu gehen? Sie war zwar schon mal bei mir mit und fand es natürlich da recht unheimlich.

Danke für Eure Antworten. Viele Grüße,

Liz

Offline Annette H.

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Re: 2. Kind
« Antwort #9 am: 31. August 2012, 18:17:24 »
Wie alt ist denn die kleine Maus? Und was ist mit ihren Zähnchen los? Du hast das noch nicht erwähnt. (oder bin ich blind???)

Es kommt ja darauf an, ob da später größere Maßnahmen geplant werden müssen oder ob die Zähnchen einfach nur etwas komisch sind, aber eigentlich so bleiben können.   :D

Wenn wir das etwas genauer wüssten, könnte ich dir auch eine konkrete Antwort geben.  :)

Und den Gentest würde ich jetzt demnächst, aber ohne Eile, in Angriff nehmen. Also vorher. Wat man hat, dat hat man.  ;)

Offline Ulrike Holzer

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Re: 2. Kind
« Antwort #10 am: 01. September 2012, 00:16:03 »
Hallo Liz, auch von mir ein herzliches Willkommen!
Von Annette hast du ja schon viel Information bekommen und auch durch die Broschüren.
Bezüglich des Gentests empfehle ich dir ihn auf alle Fälle vor einer 2. Schwangrschaft zu machen. Damit weißt du genau Bescheid.
Da es einige Labors in Deutschland gibt, kommt es auch darauf an, wo du wohnst. Vielleicht kannst du dich bei mir einmal mit einer PN melden.
Liebe Grüße aus Wien
Ulrike

Offline Liz

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Re: 2. Kind
« Antwort #11 am: 02. September 2012, 15:17:08 »
Hallo zusammen! :-)

Meine Maus ist 2 Jahre alt. Ihre Zähne sind zapfenförmig und stehen weit auseinander. Soweit ich das sehen kann fehlt ein unterer Schneidezahn bisher, und vielleicht noch je ein Backenzahn auf jeder Seite und Zahnreihe. Ob da noch etwas kommt ist für mich leider schwer zu sehen. Kenne mich damit nicht so gut aus. Ihr Zahnwachstum begann spät. Der erste Zahn brach einen Tag nach dem 1. Geburtstag durch.

Einen schönen Sonntag. Viele Grüße, Liz

Offline Annette H.

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Re: 2. Kind
« Antwort #12 am: 03. September 2012, 08:30:17 »
Hallo Liz!

Die kleine Maus stelle ich mir total niedlich vor.  :)

Wenn sie noch so klein ist, würde ich erstmal abwarten, was noch freiwillig wächst.  ;)

Man könnte theoretisch Röntgenbilder machen, auf denen man die Zahnanlagen sieht. Also ob es Zähne gibt, die jetzt noch nicht sichtbar sind. Aber das ist für so ein kleines Menschlein Mega-Stress. Und es ist fraglich, ob sie stillhalten würde. Wenn nicht, ist das Bild verwackelt, die Strahlendosis aber trotzdem im Kopf.

Es gibt da zwei Typen Mütter. Typ 1 macht so früh wie möglich alles, was geht. Und Typ 2 wartet erstmal ab. Das ist beides ok, jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Ich bin aber eher Typ 2.  ;)

Wenn man jetzt ein Foto macht, dient das keiner Therapie oder Heilung, sondern nur zur Information (und zur Beruhigung der Eltern). Die Zähne wachsen trotzdem nicht schneller, die kommen irgendwann von allein (oder auch nicht).

Mir war am allerwichtigsten, dass mein Sohn keinen Horror vor Zahnärzten entwickelt. Er hatte in dem Alter nur 2 Zähne und ich wusste, dass da einiges auf uns zukommt. Deshalb wollte ich auf keinen Fall, dass er Angst bekommt, nur weil er durch zu frühe Maßnahmen überfordert wird.

Deine Tochter fand das ja schon beim Zugucken unheimlich. Lass sie lieber nochmal zugucken. Sie könnte z.B. auf deinem Schoß sitzen und zusammen mit dem ZA in deinen Mund gucken. Dann sieht sie, was er sieht. Natürlich soll er sonst nichts machen. Dann sieht sie, dass der nur guckt und sonst nichts passiert. Und du bist auch nicht angespannt, weil er ja nichts machen soll. Kinder spüren ganz genau, wenn die Mama selbst Angst hat. Und dann kriegen sie auch Angst. Deshalb immer positiv über Zahnärzte sprechen. Nicht mit Freunden über Wurzelbehandlungen unterhalten, wenn das Kind es hört. *g*

Offline Annette H.

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Re: 2. Kind
« Antwort #13 am: 03. September 2012, 08:42:41 »
Ich hab mit meinen Sohn Zahnarzt gespielt, damit die Situation ihren Schrecken verliert. Also hinlegen, grelles Licht an, Schnute auf, reingucken, was Lustiges sagen, mit dem Finger die Schneidezähne abklopfen, nochmal was Lustiges sagen, Bauch kitzeln, Ende. Nur so ganz kurz, dafür aber oft. Später haben wir auch Röntgen gespielt und auch Abdrücke machen. Damit das nicht völlig unbekannt ist, wenn es wirklich passiert.

Solche Sachen kann man gut zu Hause machen. Nebenbei kannst du dich ja auch mal nach einem guten Kinderzahnarzt umhören. Und wenn sie nicht mehr so ängstlich ist, z.B. nächstes Jahr, könnt ihr da mehrmals hingehen, ohne dass er irgendwas macht. Er soll nur in den Mund gucken und eine Beziehung aufbauen. Dann klappt das später gut, falls dann was gemacht werden muss.

Mein Rat wäre also: spielen und abwarten.  :)

Alles Liebe,

Annette


Offline Jasmina

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Re: 2. Kind
« Antwort #14 am: 03. September 2012, 13:35:11 »
Hallo Liz,

ich kann mich der Annette nur anschließen. Abwarten finde ich eine gute Idee, denn es ändert in dem Alter wirklich erstmal nichts, ob ihr über die zukünftigen Zähne Bescheid wisst oder nicht.

Mit den Rollenspielen kann ich nur weiterempfehlen! Meine Mama hat das auch immer mit uns gemacht und ich geh seit ich klein bin total gern zum Zahnarzt (dass der Arzt jm. gutes und kinderfreundliches ist, zählt natürlich auch dazu).

Für mich war mit ca. 3,5 Jahren glaub der erste eigene Termin dran. Vorher war ich schon 1-2x mit meiner Schwester mit und da hat man mir nur spielerisch in Mund geschaut. Mit 5 Jahren hab ich dann mal 2 Stunden auf dem Stuhl sitzen müssen, weil meine Schneidezähne überkront wurden. Das war für mich damals sehr stressig und nicht sehr schön. Aber man musste das machen, weil meine Schneidezähne so spitz waren, dass ich mir immer die Lippe aufgebissen habe. Ich erinnere mich heute noch daran, aber es geht vorbei und wenn man über das erlebte spricht kann man auch negative Dinge gut verarbeiten und geht weiterhin gern zum Zahnarzt.

Also mein Tipp: Warten so lange es geht und durch Spiele Ängste abbauen.

Liebe Grüße,

Jasmina  :)
All unsere Streitigkeiten entstehen daraus, dass einer dem anderen seine Meinung aufzwingen will.
~ Mahatma Gandhi

 

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